Die unterschiedlichen Dacharten

von Apr 30, 2019Dachdecker0 Kommentare

Wer sich für eine neue Immobilie entscheidet, kann bei der Planung häufig Einfluss auf das Aussehen des Gebäudes nehmen. Vor allem die Dachform und die damit verbundene Dachkonstruktion spielt hierbei eine wichtige Rolle. Wir zeigen Ihnen, welche unterschiedlichen Dachformen unterschieden werden und was die jeweilige Dachkonstruktion auszeichnet.

Das Flachdach in seinen verschiedenen Erscheinungsformen

Eine Immobilie mit einem Flachdach überzeugt zunächst einmal durch ihre kompakte Bauform. Das Flachdach betont somit vor allem die eigentliche Form des Hauses und kann in unterschiedlichen Varianten ausgeführt werden. So ist es unter anderem möglich das Flachdach begehbar zu gestalten und somit beispielsweise auf diesem eine Dachterrasse zu realisieren. Bei einem Flachdach verzichten die Hausbesitzer allerdings auch auf die Möglichkeiten des Stauraums im Dachboden, da dieser bei dieser Dachkonstruktion vollständig entfällt. Je nach Ausführung des Flachdachs kann dieses mit Balken aus Holz, Stahl oder auch Stahlbeton oder mit Platten aus Holz oder Stahlbeton realisiert werden. Grundsätzlich werden drei verschiedene Varianten beim Flachdach unterschieden.

Das Kaltdach im Überblick

Beim Kaltdach handelt es sich um ein belüftetes Flachdach in einer zweischaligen Bauweise. Es gibt somit eine Lüftungsschicht, welche sich zwischen den beiden Schalen befindet. Diese liegt unterhalb der Dachhaut und oberhalb der Dämmebene. Das Konstruktionsprinzip des Kaltdachs ist ursprünglich vor allem bei Steildächern zu finden, bietet aber auch beim Flachdach bauphysikalische Vorteile. Unter anderem schützt diese Bauform die Bausubstanz, da die Luftfeuchtigkeit, welche aus dem Innern des Gebäudes über die Dämmstoffebene diffundiert, auf der außen liegenden Seite der Dämmung entweichen und durch die Luftschicht abgetragen werden kann.

Das Warmdach im Detail

Das Warmdach ist aktuell der modernste Stand der Technik und bezeichnet ein einschalig ausgeführtes, nicht belüftetes Flachdach. Beim konventionellen, nicht belüfteten Flachdach gibt es einen festen Aufbau der verschiedenen Regelschichten. Diese lautet wie folgt:
– Abdichtung
– Trennlage falls erforderlich
– Wärmedämmung
– Dampfsperre
– Tragekonstruktion des Daches

Wichtig bei dieser Dachkonstruktion ist vor allem, dass die Wärmedämmung auch zur Hausseite mit einer Dampfsperre versehen werden muss, da die Luftfeuchtigkeit aus dem Gebäudeinneren die Wärmedämmung angreifen könnte.

Das Umkehrdach und seine Ausführungen

Das Umkehrdach ist eine Sonderform des nicht belüfteten Flachdachs und stammt ursprünglich aus Kanada. Hier gilt folgender Regelschichtenaufbau:

  • Kies oder ein Plattenbelag
  • diffusionsoffener Filtervlies
  • Polystyrol-Hartschaumplatte
  • Dampfsperre
  • Schutzschicht
  • Tragekonstruktion des Daches

Das Steildach – eine klassische Variante mit vielen Möglichkeiten

Wird ein Dach als Steildach ausgeführt, gibt es viele verschiedene Dachformen, welche in Frage kommen. Steildächer haben eine sehr lange Tradition und werden bereits seit tausenden von Jahren verwendet. Die Gemeinsamkeit der verschiedenen Steildächer zeigt sich vor allem in der Dachneigung. In der Regel sind alle, oder zumindest viele der Flächen über 20 Grad geneigt. Dies erlaubt unter anderem das gute Abfließen von Regen von der Dachkonstruktion. Unterhalb des Steildachs entsteht ein mehr oder minder nutzbarer Raum, welcher als Stauraum, aber auch als Wohnraum verwendet werden kann. Grundsätzlich wird beim Steildach zwischen den Sparren- und den Pfettendächern unterschieden, auch wenn in der heutigen Zeit viele Mischformen zu finden sind. Sparrendächer bieten den Vorteil, dass der unter ihnen liegende Raum nicht von Stützen unterbrochen wird. Bei Pfettendächern liegen die Pfetten auf Stützen auf, welche somit den Raum unterteilen.
Steildächer sind vor allem der Einsatzbereich der klassischen Dachdecker und der Holzbauten, auch wenn in einigen modernen Gebäuden mittlerweile mit Stahlbeton gebaut wird. Der klassische Dachstuhl aus Holz mit seinen Dachziegeln ist jedoch noch immer die am weitesten verbreitete Form des Steildachs.

Dachformen im Überblick

Neben der reinen Dachkonstruktion spielen selbstverständlich auch noch die Dachformen eine wichtige Rolle. Denn ein Steildach kann auch auf unterschiedliche Weise ausgeführt werden. Die gängigsten Dachformen möchten wir Ihnen an dieser Stelle einmal vorstellen.

Das Kreuzdach

Das Kreuzdach ist nur selten zu finden. Der Giebel zweier gleich hoher Gebäudeteile, welche beide sich durchdringen, ist bis zum First nach oben gezogen. So entsteht ein sehr großer Raum unterhalb des Daches. Diese Dachform ist in einigen Wohngebieten durch die Bauverordnung nicht gestattet.

Das Schleppdach

Bei einem Schleppdach werden die über die Außenwände ragenden Dachflächen bei einem Steildach stark verlängert, um eine weitere, vor Regen geschützte Fläche zu schaffen. Diese dient oftmals der Lagerung von Materialien wie Brennholz oder dem Unterstellen von Fahrzeugen.

Das Walmdach

Das Walmdach ist ein Dach ohne eigene Dachgiebel. Auf allen Seiten des Daches befindet sich eine geneigte Dachfläche. An den Schnittflächen dieser Dachflächen entstehen Grate. Grundsätzlich ist ein solches Dach sehr gut aufgrund der Schutzwirkung des Daches. Soll der Dachboden wohnlich genutzt werden, schränkt das Walmdach allerdings die nutzbare Dachfläche spürbar ein.

Das Krüppelwalmdach

Das Krüppelwalmdach trägt seinen Namen zurecht, denn es wirkt häufig wie ein nur in Teilen ausgeführtes Walmdach. Nur die Spitzen der Giebel sind mit geneigten Dachflächen ausgestattet, sodass ein sehr großer Teil der Giebelfläche erhalten bleibt. Als Kompromiss zwischen Walmdach und Satteldach vereint das Krüppelwalmdach die Vorteile beider Dachformen sehr gut miteinander.

Das Tonnendach

Das Tonnendach ist nur selten im Bereich von Wohnhäusern zu finden. Es handelt sich um ein Dach mit einem halbkreisförmigen Profil, welches entweder als Sparrenlage oder als Gewölbe konstruiert wird. Diese Dachform bietet aufgrund des großen Innenraums enorm viel Potential und lässt sich dank der geringen Oberfläche auch kostengünstig realisieren. Das Dach kann mit Ziegeln, aber auch mit Metallblechen gedeckt werden.