7 Tipps für die Fachwerksanierung

Apr 7, 2020

Aktuelles Projekt

Der Bau von Fachwerkhäusern hat eine lange Tradition in Deutschland und prägt zahlreiche Stadtbilder. Wenn Sie in der glücklichen Lage sind, ein Fachwerkhaus gekauft oder geerbt zu haben, stehen sie wahrscheinlich vor der Frage, ob es saniert werden muss oder nicht. Falls Sie handwerklich geschickt sind, können Sie einige Arbeiten selbst erledigen. Für manche Gewerke sollten Sie allerdings einen Fachbetrieb beauftragen, der sich mit der Materie Fachwerkhaus bestens auskennt. Wir möchten Ihnen an dieser Strlle einige Tipps geben, die bei der Sanierung eines Fachwrkhaus zu berücksichtigen sind.

Tipp 1: Fragen zum Denkmalschutz klären 

Bevor sie mit der Sanierung beginnen, müssen Sie die Frage klären, ob Ihr Fachwerkhaus unter Denkmalschutz steht. Dabei entscheidet unterscheidet man heute zwischen Ensembleschutz und Einzeldenkmal. Beim Ensembleschutz kommt es vor allem auf das äußere Erscheinungsbild an, während man beim Einzeldenkmal auch darauf achten muss, dass im Inneren nur in begrenztem Maße Veränderungen vorgenommen werden dürfen. 

Setzen Sie sich also zuerst mit der Denkmalschutzbehörde in Verbindung, bevor Sie die Sanierung in Angriff nehmen, und klären Sie ab, welche Maßnahmen sie durchführen dürfen und für welche sie eine offizielle Genehmigung brauchen. Es kann sein, dass sie nicht alle Ideen verwirklichen können, wenn ihr Haus unter Denkmalschutz steht. Bedenken Sie, dass bei Zuwiderhandlungen unter Umständen hohe Geldbußen und auch ein Rückbau fällig werden.

Tipp2: Feuchtigkeit entfernen 

Da die Statik eines Fachwerkhauses aus Holz besteht, ist es bei einer Sanierung vor allem wichtig, dass das Holz frei von Feuchtigkeit ist, denn diese wird zu einem grundlegenden Problem, wenn sie in die Konstruktion eindringt und das Holz zum Faulen bringt. Deshalb muss bei einer Sanierung immer darauf geachtet werden, dass Feuchtigkeit in den Wänden wieder abtrocknen kann. Stoffe und Materialien müssen deshalb diffusionsoffen sein, wie der Fachmann sagt. Dieser Punkt wurde in in der Vergangenheit oft vernachlässigt und hatte zum Teil fatale Auswirkungen.

Bei der Sanierung und im Zusammenhang mit Feuchtigkeit muss immer darauf geachtet werden, ob es sich um tragendes oder um Sichtfachwerk handelt. Denn normalerweise wird konstruktives Fachwerk immer verputzt und ist nicht sichtbar. Es kann sein, dass die Denkmalschutzbehörde darauf besteht, dass es so bleibt und vorher nicht sichtbares Holz auch wieder verputzt werden muss. 

Tipp 3: Fachwerksanierung nicht ohne Zimmermann 

Wenn es um Arbeiten an der Fachwerkkonstruktion geht, sollten Sie einen erfahrenen Zimmermann einschalten. Dieser hat die entsprechenden Maschinen und das Fachwissen, um zum Beispiel Holzverbindungen ohne Metall zu schaffen. Metalle haben in einer Fachwerkkonstruktion genauso wenig zu suchen wie Lösungen, die zerstörtes Holz durch Epoxidharz ersetzen wollen.

Tipp 4: Wand- und Bodengefache füllen

Sobald die Holzkonstruktion wieder intakt gebracht worden ist, geht es daran, die Wand- und Bodengefache wieder zu schließen. Dafür eignen sich am besten Lehmbausteine. Lehm ist diffusionsoffen, kann Feuchtigkeit speichern und diese nach und nach wieder abgeben. Das sorgt für ein angenehmes Raumklima. Früher wurde oft ein Flechtwerk aus Holz verwendet und mit Lehm abgedichtet, heute kann man einfach Lehmbausteine verwenden. 

Tipp 5: Dämmung – ein schwieriges Thema 

Eines der wichtigsten Themen im Zusammenhang mit Energiewende, Klimaschutz und nicht zuletzt Ihrer Heizkostenabrechnung ist das Thema Dämmung. Hier ist auch wieder zu beachten, dass die Dämmstoffe diffusionsoffen sind. Materialien wie Styropor, Styrodur oder ähnliche sind für Fachwerkhäuser absolut nicht geeignet. Stattdessen sollten Sie natürliche und nach Möglichkeit nachwachsende Rohstoffe wie Holz und Lehm benutzen. Für die Innenwände könne Sie auch Schilfrohrmatten in den Lehm einputzen. Am besten konsultieren Sie einen Energieberater. Er kann Ihnen erklären, welche Materialien für die Dämmung ihres Hauses am besten geeignet sind.

Tipp 6: Haustechnik integrieren 

Für die Installation von Heizung, Wasserleitungen, Elektrik etc. werden sie mit aller Wahrscheinlichkeit einen Fachmann zu Rate ziehen. Achten Sie darauf ein Betrieb zu beauftragen, der sich mit den Spezialitäten eines Fachwerkhaus auskennt. denn für Rohre dürfen zum Beispiel keine Löcher und Aussparungen in die Holzbalken gesägt werden. 

Tipp 7: Verputzen und farbig gestalten 

Beim Putz ist darauf zu achten, dass dieser nicht vorsteht, sondern mit den Holzbalken eine Ebene bildet. Als Material eignet sich am besten Kalkputz, da dieser auch diffusionsoffen und gleichzeitig für Außenbereiche geeignet ist. Wenn sie handwerklich geschickt sind, können Sie diese Arbeiten selbst durchführen.

Sind die Putzarbeiten abgeschlossen fehlt nur noch der Anstrich. Sowohl die Außen-, als auch die Innenwände und die Holzbalken sollten neu gestrichen werden. Auch hier gilt wieder: Verwenden Sie ausschließlich diffusionsoffene Farben, damit das Gebäude atmen kann. Geeignet sind Silikat- oder Kalkfarben. Für die Innenwände kommen auch Lehmfarben infrage, für das Holz eignet sich am besten ein Mix aus Leinölfirnis.