Unterschiedliche Flachdacharten: welche ist die Richtige?

Feb 20, 2020

Errichte ich mein Haus mit einem Flach- oder Steildach? Eine Frage, die sich Bauherren immer wieder stellen. Zur Wahl stehen die unterschiedlichsten Dachformen, sie alle haben ihre Vor- und Nachteile. Insbesondere Flachdächer mit einer Neigung von 2 bis 20 Prozent haben dabei zunehmend Konjunktur. Welches für Sie das Richtige ist, darüber lassen Sie sich am besten vom Fachmann beraten.

Das belüftete Dach – auch Kaltdach genannt

Diese Flachdachart wird in unseren Breiten weniger verbaut. Sie besteht im Wesentlichen aus zwei Bestandteilen: der unteren und der oberen Schale. Die untere Schale übernimmt dabei die tragende Funktion. Auf sie montieren die Dachdecker dann die zweite – die obere – Schale. Sie dient hauptsächlich der Abdeckung und schützt das Dach vor Witterungseinflüssen. Der Vorteil: Zwischen beiden Komponenten entsteht praktisch ein Hohlraum, der eine gute Durchlüftung des Daches garantiert. So trocknet das Dach gut aus und bietet vornehmlich im Sommer einen angenehmen Schutz gegen wärmende Sonnenstrahlen. Allerdings kann das Kaltdach nur wenig Gewicht aufnehmen, da allein die untere Schale diese Funktion übernehmen muss. In schneereichen Gegenden bzw. Wintern wird das zum ernsthaften Problem.

Das nicht belüftete Dach – auch Warmdach genannt

Häufiger nachgefragt, unter anderem weil es mehr Gewicht aufnehmen kann, ist das sogenannte Warmdach. Zwischenbelüftet wird es nicht, denn es ist kompakt gebaut. Das heißt, alle Schichten sind unmittelbar miteinander verbunden. Im Grunde machen seine Konstruktion und die modernen Baumaterialien eine Luftzirkulation zwischen den Ebenen auch unnötig. Direkt über der tragenden Decke liegt nämlich eine Dampfsperre, die das Eindringen von Nässe verhindert. Dann kommt die Wärmedämmung sowie ganz oben die Abdichtung. Waren solche Flachdächer in vergangenen Zeiten eher problematisch, werden sie jetzt von Bauherren sogar bevorzugt. Ihre Herstellung ist heute wesentlich einfacher und kostengünstiger als die des Kaltdaches. Außerdem sind derartige Dächer robuster und lassen aufgrund ihres massiven Aufbaus und der höheren Belastbarkeit vielseitigere Anwendungen zu.

Das nicht belüftete Umkehrdach

Diese Art des Flachdaches ist lediglich eine Unterart des Warmdaches. Der Name sagt es bereits: Die kompakte Bauform bleibt bestehen, nur sind die Schichten umgekehrt angeordnet. Die Wärmedämmung wird nicht unter, sondern über der Abdichtung angebracht. Das hat den Nachteil, dass das Dämmmaterial direkt der Witterung ausgesetzt ist und darum robuster als beim Warmedach ausfallen muss. Ebenso sollte die Dicke der Isolationsschicht größer sein, damit kein Wasser in die Tiefe gelangen kann. Auf der anderen Seite, das ist der Vorteil dieser Konstruktion, schützt die Dämmung das hier unten liegende Dichtmaterial vor mechanischen Schäden und isoliert gleichzeitig die gesamte Dachkonstruktion. Dadurch treten im Haus geringere Temperaturschwankungen auf und das darunter befindliche Dachmaterial hält wesentlich länger.